Nutzengewinn durch RFID in der Fahrzeuglogistik
250 mobile RFID-Handhelds von Nordic ID helfen die Abwicklungsvorgänge in dem finnischen Fahrzeugcenter von Assistor zu beschleunigen.
Über die Häfen und Servicecenter in Hanko, Paldiski, Helsinki, Espoo und Vantaa bietet Assistor logistische Komplettdienstleistungen für Fahrzeuge und Ersatzteile, die für das Baltikum bestimmt sind, an. Circa 350.000 Fahrzeuge werden jährlich durch die Logistikzentren des Unternehmens geschleust, darunter Marken wie BMW, Mercedes, Chrysler, Citroen, Honda, Jaguar, Mazda, Mitsubishi, Porsche und Toyota. Zu den von Assistor angebotenen Dienstleistungen gehören Seetransport, Fracht, Lagerung und Inspektion, PDI, Sonderwünsche, Zollabfertigung, Versteuerung, vorläufige Registrierung, Fahrzeugrechnungen, Transport nach Finnland, Russland und in die Baltischen Staaten, sowie die Bereitstellung von Online-Fahrzeuginformationen. Assistor hat ein starkes Wachstum verzeichnet und arbeitet zurzeit mit über 400 Mitarbeitern.
Höhere Genauigkeit und effizientere Abläufe waren vonnöten, um dem wachsenden Volumen an Tätigkeiten und Dienstleistungsangeboten gerecht zu werden. Eine Aktualisierung der eigenen IT-Systeme und Arbeitsabläufe bot hier den logischen Ausgangspunkt für Veränderungen. In Absprache mit Digia, einem in Helsinki ansässigen Anbieter von ICT-Systemen, hat sich Assistor für eine mobile RFID-Plattform entschieden, die eine gut funktionierende Nachverfolgung der Vorgänge in Echtzeit ermöglicht.
Je nach Ansatz kann allein die Menge der bei Assistor in Abwicklung befindlichen Fahrzeuge sowohl als ein Problem als auch als ein möglicher Wettbewerbsvorteil gesehen werden. Vor Implementierung des mobilen RFID-Systems hat sich Assistor eines papiergestützten, zeitaufwändigen Nachverfolgungssystems mittels Barcode bedient, das für Fehler und Ungenauigkeiten anfällig war. Ließe sich das hohe Volumen jedoch effektiver als bei der Konkurrenz bearbeiten, so würde dies zu einem Wettbewerbsvorteil führen und ein noch höheres Volumen sowie wachsende Profite könnten realisiert werden.
Das alte papiergestützte und auf Grundlage von Barcodes angelegte Nachverfolgungssystem funktionierte so, dass die Angestellten den an dem Fahrzeug angebrachten Barcodestreifen bei Anlieferung manuell einscannten, um die 17-stellige Fahrgestellnummer auszulesen. Dieses Verfahren wurde gegebenenfalls dadurch erschwert, dass einige Hersteller keine Barcodes lieferten und somit die Fahrgestellnummer manuell in das System eingegeben werden musste. Hinzu kamen dann noch die harten Witterungsbedingungen im finnischen Winter, durch die Fahrzeuge vollständig mit Schnee und Eis bedeckt sein können. Und nicht zuletzt findet sich hier auch sehr viel Raum für Verbesserungen, wenn man bedenkt, dass dieses Verfahren an über 350.000 Fahrzeugen ausgeführt werden musste.
Die Erfassung der Fahrgestellnummer ist wichtig, da sie zur Identifizierung des Fahrzeuges auf allen gedruckten Arbeitsanweisungen dient, wie etwa die Anweisung an einen Arbeiter, das Fahrzeug zu einer Waschanlage zu oder einem Warteplatz zu bringen. Während die Erfassung dieser Nummer lediglich der erste Schritt in dem Bearbeitungsprozess für die einzelnen Fahrzeuge ist, so wird hier jedoch bereits die Bühne für einen reibungslosen und effizienten Ablauf späterer Tätigkeiten bereitet.
Gleich beim Abladen der Fahrzeuge von der Fähre werden passive UHF RFID Gen2-Tags an den Rückspiegel des Fahrzeugs gehängt, die von UPM Raflatac hergestellt werden. Jeder Tag beinhaltet eine 6-stellige Nummer im RFID- und Druckformat, die in dem Warenwirtschaftssystem mit der Fahrgestellnummer verknüpft ist. Bei Überführung der einzelnen Fahrzeuge in den Lagerbereich werden sämtliche Vorgangsinformationen (Lager- und Chargennummer) in den mobilen Nordic ID PL3000 Handheldgeräten gespeichert. Der Arbeitsbereich des Nordic ID PL3000 RFID-Handhelds beträgt 1,5 Meter - dadurch wird es den Benutzern ermöglicht, schnell an den Fahrzeugen vorbeizugehen und die Informationen ungeachtet der herrschenden Bedingungen einzulesen. Ist der RFID-Tag aus irgendeinem Grund nicht lesbar, wird alternativ der Barcode für eine schnelle Aktualisierung der Informationen verwendet.
Später im Abwicklungsvorgang, wenn das Fahrzeug aus dem Lager in den Inspektionsbereich verlegt werden muss, kann es über die in dem Nordic ID PL3000 verfügbaren Informationen problemlos lokalisiert werden. Bei der Überführung werden die Informationen im Warenwirtschaftssystem durch einen schnell Scan des RFID-Tags aktualisiert. Alle zusätzlichen Vorgänge, wie das Hinzufügen von Zubehör, werden problemlos durch die Beschäftigten bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten mit dem Handheld in Echtzeit aktualisiert. Zur Bereitstellung der Echtzeitfunktionalität ist der Nordic ID PL3000 über WLAN oder GPRS mit dem nachgestellten System verbunden.
Bei der Bearbeitung des Vorgangs für die Weitergabe des Fahrzeugs an den nächsten Operator wird der RFID-Tag entfernt. Sämtliche Verknüpfungen mit der Fahrgestellnummer des letzten Fahrzeugs werden in dem Tag gelöscht, so dass er für andere Fahrzeuge in dem Logistikcenter von Assistor weiterverwendet werden kann.
Aktuelle verfügt Assistor nun über ein System, mit dem die Fahrzeuge während des gesamten Bearbeitungsprozesses genau identifiziert und nachverfolgt werden. Mit dem Nordic ID PL3000 und Digia Enterprises Warenwirtschaftssystem stehen den Beschäftigten sämtliche Informationen in Echtzeit zur Verfügung. Die Bearbeitungszeiten haben sich verkürzt, und was am wichtigste ist: Fehler wurden nahezu ausgemerzt. Assistor kann jetzt bei gleichem Personalstand und verringerter Fehlerquote mehr Fahrzeuge bearbeiten. Die Anwender kommen ihren täglichen Aufgaben bei der Fahrzeugabwicklung mit den Handhelds schneller und effektiver nach. Tom Suvanto, stellvertretender Geschäftsführer von Assistor erläutert hierzu: „Die Produktivität ist stark gestiegen. Bei einer Erhöhung der Anzahl der abzuwickelnden Fahrzeuge um circa 44.000 Einheiten im laufenden Jahr wären wir mit unserem alten System nicht klargekommen.”
Wenngleich der Nutzen dieser RFID-Lösung auf der Hand liegt, so erschließen sich auch vielversprechende Zukunftsaussichten durch eine Erweiterung des RFID-Systems dahingehend, dass die gesamte Fahrzeug-Lieferkette vom Hersteller bis zu Vertrieb alsbald abgedeckt werden könnte. In diesem Zusammenhang erklärt Tom Suvanto, stellvertretender Geschäftsführer von Assistor: “Es wäre toll, wenn jedes Fahrzeug beim Verlassen der Fabrik über RFID verfügte. Auch zur Registrierung der Fahrer könnte RFID verwendet werden.”
Kontaktadresse:
Assistor OY
Vapaasatama
10900 Hanko
Finnland
www.assistor.fi






